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WILLKOMMEN IN DER WELT DES AD(H)S

Schätzungsweise sind in Deutschland etwa zwei Millionen Menschen vom AD(H)S betroffen. Falls du dich hier angesprochen fühlst, bist du also keine Ausnahme. Auch wenn du dich bisher als Außenseiter gefühlt haben solltest, wirst du beim Lesen schnell merken, dass du dich in guter Gesell schaft befindest – zum Teil mit sehr erfolgreichen Menschen (wenn auch die meisten von ihnen nicht mal die geringste Ahnung von ihrem AD(H)S haben). Trotzdem hat es große Vorteile, mehr über das AD(H)S zu wissen und sich selbst besser zu verstehen. Wahrscheinlich hast du dann irgendwann nicht mehr das Gefühl, als UFO oder Marsmensch durchs Leben zu gehen, und kannst besser nachvollziehen, warum andere Menschen manchmal Probleme mit dir haben. Dich selbst zu verstehen ist das A und O dafür, dass du ein gutes Selbstvertrauen entwickeln kannst.

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Das Wichtigste beim AD(H)S ist zunächst einmal die Erkenntnis, dass man als Betroffener anders tickt als der Rest der Welt. Als AD(H)S-ler bist du völlig anders getaktet als 95 – 97% der Menschheit:

Du fühlst anders, hast schnellere Stimmungswechsel, ein anderes Lebenstempo, ein anderes Zeitgefühl, eine andere Wahrnehmung, ein anderes Gedächtnis und eine andere Aufmerksamkeit. Wir werden dir die Unterschiede erklären und dir helfen, mit deinem Anderssein in der Welt der Nicht-AD(H)S-ler besser klarzukommen. Es bedarf einiger Übung und man muss sich erstmal daran gewöhnen, aber du wirst dich wundern, wie viele deiner bisherigen Probleme durch scheinbar kleine Veränderungen viel besser in den Griff zu bekommen sind. Man kann entweder an Problemen wachsen und immer etwas über sich und die Welt dazulernen, oder immer wieder die gleichen Fehler machen und die Schuld bei anderen suchen.

Mal sehen, wofür du dich entscheiden wirst.

Bleibt das AD(H)S unerkannt, gleicht es einem Geist, der in alle Lebensbereiche hineinspukt und einem immer wieder im Leben dazwischenfunkt. Der AD(H)S-Geist ist wie ein Unruhegeist, der vieles aufmischt, Chaos verbreitet, überreagiert und eine Menge Ärger machen kann – oder vor sich hindümpelt, verträumt, träge und uninteressiert erscheint und sich schüchtern zurückhält.

Und wenn man keine Ahnung von diesem Geist hat, dann…???

„Gegen einen Feind, den man nicht kennt, kann man nur schlecht kämpfen.“

Daher wollen wir dir nun einiges über das AD(H)S erzählen. Es wird darum gehen, dass du diesen AD(H)S-Geist, wenn du ihn bemerkst, zu einem guten Geist machen kannst, indem du deine Stärken und Sonnenseiten entdeckst und deine Schwachstellen mit gezielten Strategien auszugleichen lernst. Dabei ist es wichtig, das AD(H)S selbst erst einmal nicht als Krankheit, Feind oder als Nachteil zu sehen, sondern als eine besondere Art des Seins zu begreifen.

Durch diese „besondere Art zu sein“ wirst du dich im Laufe deines Lebens immer wieder mit bestimmten Themen auseinandersetzen müssen – du kannst lernen, genau diesen Themen mit gezielten Strategien zu begegnen. Dann wird dein AD(H)S zu einem Begleiter, mit dem zusammen du manches sogar ganz besonders gut machen wirst. Je besser du dein AD(H)S kennen lernst, desto eher kannst du es als Chance begreifen und ihre Vorteile nutzen. Leider geht es aber auch umgekehrt: Kümmerst du dich nicht um dein AD(H)S, so kann es im Laufe deines Lebens leicht zu einer Ansammlung von Missgeschicken, Misserfolgen, Missstimmungen und Missempfindungen kommen. Doch zunächst einmal wollen wir uns damit beschäftigen, wie sich das AD(H)S eigentlich zeigt.

Einleitung noch mal lesen?

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Immer noch Interessant? Dann zu den Symptomen.

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