WEHRDIENST – AN DIE WAFFEN?

Nachdem wir in den vergangenen Jahren mehrmals um eine Stellungnahme gebeten wurden und bereits einige Anfragen zur AD(H)S-Problematik beim Bundesministerium für Verteidigung eingegangen sind, wurden dort Empfehlungen zur Begutachtung Betroffener erarbeitet.

Diese Vorgaben finden ihren Niederschlag in den Tauglichkeitsrichtlinien (enthalten in der Zentralen Dienstvorschrift ZDv46/1), die die bundesweite und einheitliche Grundlage für alle Stellungnahmen im Rahmen der Musterung darstellen. Dabei gilt, dass in jedem einzelnen Fall die Vorlage eines ausführlichen Facharztbefundes des behandelnden Psychiaters erfolgen muss. Dieser sollte Angaben über Anamnese, Verlauf und Notwendigkeit der Medikamenteneinnahme enthalten. Bei einem Vollbild des AD(H)S und/oder einer medikamentösen Behandlungsbedürftigkeit besteht nach Ansicht des Ministeriums in der Regel Wehrdienstuntauglichkeit und es kommt zu einer Ausmusterung. Patienten, die medikamentös behandelt werden, können grundsätzlich keinen Dienst an der Waffe leisten. Aufgrund der Medikamenteneinnahme sowie der oft verschlechterten Selbstkontrolle unter Belastung, müssten alle Tätigkeiten mit hoher Sicherheitsrelevanz ausgeschlossen werden. Dies kann aber im Wehrdienstalltag nicht vollkommen sichergestellt werden, und auch für die regelmäßige Medikamenteneinnahme kann nicht immer im notwendigen Umfang gesorgt werden.

Trotz aller Bedenken solltest du in die Entscheidung für oder gegen den Wehrdienst auch die Überlegung einfließen lassen, dass die militärische Disziplin durchaus eine hilfreiche Unterstützung darstellen kann. Ebenso vorstellbar ist es, dass die Fähigkeit, sich in Gruppen zu integrieren und Verantwortung zu übernehmen, gestärkt werden kann. Vielleicht ergibt sich beim Militär sogar die Möglichkeit, eine geeignete berufliche Ausbildung zu erhalten.

Kapiert? Abtreten und..

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